Jan-Paul Sandmann

Jan-Paul Sandmann

Doctoral Fellow

Zeitraum: Mai 2026 – August 2027

Forschungsprojekt: Das Versprechen der Kunst: Thomas Mann und die Suche nach einem humanistischen Liberalismus

Email: jsandmann@fas.harvard.edu

Website

Jan-Paul Sandmann ist Doktorand in politischer Theorie am Department of Government in Harvard. In seinem Dissertationsprojekt „A Crisis in Art“, das sich auf das Denken von Thomas Mann und Theodor W. Adorno stützt, untersucht er die Rolle, die Kunst in unserem Leben spielen könnte und sollte. In Harvard ist er Mitglied des Minda de Gunzburg Center for European Studies und war als Lehrassistent an einem Kurs über die deutsche philosophische Tradition von Nietzsche bis Habermas sowie an Lehrveranstaltungen zur moralischen und politischen Philosophie für Bachelor- und Masterstudierende beteiligt.

Er hat einen Bachelor of Science in Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft und einen Master of Science in Sozialphilosophie, beide von der London School of Economics. Seine Arbeiten wurden in den Zeitschriften Philosophy & Social Criticism, Synthese und Politics & Poetics veröffentlicht.

Forschungsprojekt

Das Versprechen der Kunst: Thomas Mann und die Suche nach einem humanistischen Liberalismus

In meiner Doktorarbeit „The Promise of Art: Thomas Mann and the Search for a Humanistic Politics” (Das Versprechen der Kunst: Thomas Mann und die Suche nach einer humanistischen Politik) vertrete ich die These, dass Thomas Mann eine Ästhetik der Ambivalenz und Ironie entwickelt, die sich gut dazu eignet, die für eine liberale Politik erforderliche Sensibilität zu kultivieren. Indem ich Manns Position anhand seiner literarischen und politischen Schriften rekonstruiere, zeige ich, dass sein unerschütterliches Bekenntnis zur Kultur die Grundlage für eine humanistische Vision des Liberalismus bildet, in der Kunst und Kulturkritik eine zentrale Rolle spielen. Für Mann schult uns eine Kunst, die sich einer Reduzierung auf ein einziges politisches Programm widersetzt, darin, die Spannungen zwischen konkurrierenden Ansichten zu würdigen. Am faszinierendsten ist, dass seine Darstellung Denkanstöße liefert, um die Herausforderungen zu durchdenken, die zeitgenössische Formen der sozialen Ästhetisierung für die pluralistische Politik darstellen – Herausforderungen, die von den gängigen liberalen Theorien, die der sozialen Rolle der Kunst gegenüber gleichgültig bleiben, oft übersehen werden. Anhand einer Reihe von Kontrasten mit wohlwollenden und kritischen Gesprächspartnern, darunter Theodor W. Adorno, Susan Sontag, Richard Rorty und Arthur Danto, unterziehe ich Manns Ansicht einer genauen Prüfung und untersuche, worin ihre anhaltende Anziehungskraft liegen könnte.

Ausgewählte Publikationen

Artikel

Sandmann, JP. On Art and Liberalism: Thomas Mann and the Appeal of Ambiguity. Politics & Poetics Vol. 6, 119-149 (2025).

Sandmann, JP. Caught between morality and art: Susan Sontag on metaphors of illness. Philosophy & Social Criticism (2025, Online First).

„Das Versprechen der Kunst: Thomas Mann und Theodor W. Adorno im Austausch über Richard Wagner,“ Almanach 2025, Bayreuth.

Sandmann, JP. Irrationality and Indecision. Synthese 201, 137 (2023).

Feature in Imperfect Cognitions im Juli 2023.