Gian Marco Galasso

Gian Marco Galasso

Zeitraum: September – Februar 2026

Forschungsprojekt: Triebe: Die rationale Bestimmung des Willens in Hegels Rechtsphilosophie

Email: galasso.galasso@etu.univ-paris1.fr / gigalasso@unisa.it

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Als Doktorand in Rechtswissenschaften an der Università degli Studi di Salerno und in Philosophie an der Université Paris 1 Panthéon/Sorbonne habe ich nach meinem Abschluss an der Università degli Studi di Torino im Jahr 2022 ein einjähriges Forschungsstipendium am Istituto Italiano per gli Studi Filosofici (Neapel) zum Thema Institutionen in Hegels Rechtsphilosophie absolviert, das auch im Mittelpunkt meiner Doktorarbeit steht. Das Hauptinteresse meiner Studien liegt an der Schnittstelle zwischen theoretischer Reflexion und rechtspolitischen Fragen, wie beispielsweise dem Verhältnis zwischen Recht, Gewalt und Gerechtigkeit, Biopolitik, demokratischer Krise und dem Verhältnis zwischen Literatur und Philosophie, denen ich verschiedene Artikel gewidmet habe.

Forschungsprojekt

Triebe: Die rationale Bestimmung des Willens in Hegels Rechtsphilosophie

Das Ziel meiner Forschung ist es, die folgende Frage zu beantworten: Wie lässt sich Hegels Behauptung in der Rechtsphilosophie rechtfertigen, dass Triebe als „das rationale System der Bestimmung der Willensbestimmung“ zu verstehen sind und dass sie, wenn man sie „im Begriff“ erfasst, den „Inhalt der Rechtswissenschaft“ bilden?
Die Perspektive, die ich zur Beantwortung dieser Frage einnehme, ist die der politischen Ontologie. Mit diesem Ausdruck möchte ich zum einen Hegels Bewusstsein für die untrennbare Verbindung zwischen Kategorien des Seins und Kategorien der Politik betonen und zum anderen einen spezifischen Schlüssel zur Rechtsphilosophie liefern, die einerseits die Verbindung zwischen Logik und objektivem Geist untersucht zum anderen die Beziehung zwischen der Erfüllung des Willens, der Lehre vom Begriff und der Psychologie untersucht, die für die Bestimmung der Hegelschen Arbeitsanthropologie als Genealogie des modernen Subjekts und des ethischen Lebens entscheidend ist.
Die Konzentration auf die Triebgenealogie der Inhalte des Willens ermöglicht es, zu untersuchen, wie Hegel das kantisch-fichtianische Sollen sowohl in der Logik als auch in der Rechtsphilosophie überwindet, wo eine solche Genealogie zu entscheidenden Abschnitten führt, die der Bildung, dem Guten, der Pflicht und dem kantischen Formalismus der Pflicht um der Pflicht willen, der ethischen Theorie der Pflichten und dem Ethischen als Lehre der Tugenden gewidmet sind.
Um das Problem der Beziehung zwischen Trieben und Rechtswissenschaft in den drei verschiedenen Bedeutungen (logisch-politisch, anthropologisch-politisch, rechtlich-politisch), in denen Hegel es behandelt, zu untersuchen, gliedere ich meine Forschung in drei Teile: 1. Politische Ontologie und die Frage des Negativen; 2. Zweite Natur; 3. Verfassung als „materielle Verfassung“.

Ausgewählte Publikationen

Artikel

“When mercy seasons justice. La formula della giustizia tra spergiuro e perdono, tra filosofia e letteratura, tra Hegel e Shakespeare”, in Trópos (forthcoming)

“Jacques Derrida e la questione del vivente tra decostruzione e biopolitica. Risorse concettuali per l’attuale crisi democratica”, in: Decostruzioni in corso. Studi derridiani in Italia, ed. S. Facioni, F. Vitale (Milano: Mimesis, 2025).

“Beyond and Through Law. For an Instituting Self-Reflexive Critique of Violence. A Reflection from the Italian Edition of Recht und Gewalt by Christoph Menke”, in: Soft Power 9:22 (2022), pp 279–294.

“Co-immunity. An Ontological Political Paradigm”, in: Athena: Philosophical Studies 17 (2022).

“Lire Kafka. Jacques Derrida et Giorgio Agamben devant la loi”, in : Malice 13 (2022).