Ich habe kürzlich meine Doktorarbeit an der Freien Universität Berlin abgeschlossen. Darin habe ich mich mit der Frage der persönlichen Identität im Laufe der Zeit beschäftigt und versucht, die Angemessenheit dieser Frage und ihrer philosophischen Annahmen in Bezug auf Handlungsfähigkeit und Zeitlichkeit zu bewerten. Dabei habe ich mich mit der Arbeit von Derek Parfit, Christine Korsgaard und vor allem Martin Heidegger auseinandergesetzt. Derzeit entwickle ich ein Forschungsprojekt an der Schnittstelle von Ästhetik, Philosophie der Emotionen und Metaphysik zum Unheimlichen. Im akademischen Jahr 2024/25 habe ich außerdem an einem Nebenprojekt zur Europäischen Neuen Rechten gearbeitet.
Dr. des. Mihnea Chiujdea
Zeitraum: November 2025 – April 2026
Forschungsprojekt: Das Unheimliche – Endlichkeit und Erneuerung
Email: mihnea.chiujdea@uni-potsdam.de / mihnea.chiujdea@fu-berlin.de
WebsiteForschungsprojekt
Das Unheimliche – Endlichkeit und Erneuerung
Mein Projekt schlägt eine neue philosophische Untersuchung des Unheimlichen vor. Während es in anderen Bereichen bereits zahlreiche Forschungen zum Unheimlichen gibt, haben die Tiefe und Bedeutung des Konzepts in der Philosophie bislang nur unzureichende Beachtung gefunden. Meine Leitthese lautet, dass nur normative Wesen wie wir selbst nicht nur Angst, Furcht, Unbehagen oder Fremdheit empfinden können, sondern speziell das Unheimliche. Umgekehrt ist die Erfahrung des Unheimlichen eine spezifische Art und Weise, wie wir uns zu unserer Existenz als normative Wesen verhalten. Daher kann ein angemessenes Verständnis des Unheimlichen eine neue Perspektive auf unsere Existenz bieten und die Prekarität, Endlichkeit und Wandelbarkeit unseres Seins hervorheben.
Methodisch schlage ich vor, diesen Begriff des Unheimlichen und das entsprechende Verständnis von Normativität anhand einer eingehenden Untersuchung der Philosophie Martin Heideggers zu entwickeln. Während es viel Literatur gibt, die sich mit Heideggers Beitrag zur normativen Theorie befasst, haben Heidegger-Forscher dem Unheimlichen wenig Beachtung geschenkt. Die Erforschung dieses Themas eröffnet uns eine neue Perspektive sowohl auf Heidegger als auch auf die normative Theorie.
Das Ergebnis des Projekts ist vierfach: 1. eine neue, genuin philosophische Perspektive auf das Unheimliche zu liefern, die bisher auf die Kulturanalyse beschränkt war; 2. Aufdeckung einer vernachlässigten Dimension von Heideggers Beitrag zur normativen Theorie; 3. Systematischer Beitrag zur Ontologie des Normativen, insbesondere im Hinblick auf den Spielraum, den die Normativität zulässt, und das produktive Potenzial des Unheimlichen; 4. Aufklärung der Ursprünge und der Natur der ästhetischen Formen des Unheimlichen.
Ausgewählte Publikationen
Artikel
“Maurice Merleau-Ponty on Violence and Marxism”, in: Opticon1826 15:1 (2013), 1-15.