Attay Kremer

Attay Kremer

Zeitraum: Dezember 2025 – Oktober 2026

Forschungsprojekt: Intellekt und Information: Eine Genealogie der Logik

Email: attaykre@gmail.com

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Ich habe kürzlich meine Doktorarbeit an der Universität Tel Aviv mit einer Dissertation über die spekulativen Grundlagen der Erfahrung bei Kant (und deren Weiterentwicklung bei Schelling und Hegel) eingereicht. Als Doktorand verbrachte ich ein Jahr (2024-5) als Fox-Stipendiat in Yale. Ich beschäftige mich mit der Geschichte der Philosophie, vor allem mit dem deutschen Idealismus, sowie mit der Philosophie der Natur und Technologie. Insbesondere interessiert mich, inwieweit Natur, Technologie und Geschichte als Ausdruck eines objektiven oder unpersönlichen Geistes betrachtet werden können. Neben der Geschichte der Philosophie habe ich auch Veröffentlichungen zu KI und zum Begriff der Entropie verfasst. Außerhalb der Philosophie habe ich auch im Bereich der mathematischen Physik gearbeitet und veröffentlicht.

Forschungsprojekt

Intellekt und Information: Eine Genealogie der Logik

Der Schwerpunkt meines aktuellen Projekts liegt auf der Schnittstelle zwischen der Geschichte der Philosophie und der Philosophie der Technik. Seine entscheidende These lautet, dass die Entstehung und Herausbildung des Begriffs der Information und die daraus resultierende Verformung des Begriffs des Intellekts nur unter Bezugnahme auf die Geschichte der Philosophie angemessen betrachtet werden können. Wichtige Wendepunkte sind dabei die Lösung des Induktionsproblems durch organistische Vernunft und Systematik bei Kant, Schelling und Hegel, die kybernetische Reformation der Antinomie von Teleologie und Mechanismus sowie Simondons informationsbezogener Begriff der Individuation. Der Vergleich von Informationstheoretikern wie Wiener, von Neumann und Solomonoff mit beispielsweise Humes und Kants Ansichten zur Induktion zeigt Affinitäten und Kontraste zwischen Reflexion (oder Intellekt) und der Operativität, die das kybernetische Denken (und die zeitgenössische KI) definiert. Das Hauptziel dieses Projekts ist es, den Begriff der Intelligenz selbst besser zu verstehen, indem er dem Begriff der Information gegenübergestellt wird. Dieses Ziel wird an zwei Fronten verfolgt: sowohl historisch, indem Information und Lerntheorie mit dem Problem der Induktion in Verbindung gebracht werden, das einen Großteil der frühneuzeitlichen Philosophie bestimmt, als auch philosophisch, indem diese wissenschaftlichen Ansätze mit der Qualität der Erfahrung in Verbindung gebracht werden, die der klassische philosophische Ansatz hervorhebt. Dieser zweite Zweig orientiert sich an Husserls sogenannter „Genealogie der Logik” in seinem Werk Erfahrung und Urteil.

Ausgewählte Publikationen

Artikel

“Of Being Otherwise: Schelling’s System of Freedom.” Review of Metaphysics 79:2 (2025)

“The Idea of Deep History: Kant and Hegel on War and Natural History.” Verifiche 51:1 (2025).

“Dialectics of Entropy: Notes on the Topology of Time.” Technophany: Journal for Philosophy and Technology 2:1 (2024).

“The Turing Test is a Joke.” AI & Society 39. (2024).

“Computers do not Think, They are Oriented in Thought.” AI & Society 36. (2021).