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MARKUS WILD: TRANSFORMATION OR ADDITION? TWO WAYS OF LOOKING AT ANTHROPOLOGICAL DIFFERENCE
Haus 11, Raum 0.09
Am Neuen Palais 10, 14469 Potsdam
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Es gibt zwei unterschiedliche Arten, die anthropologische Differenz zu verstehen, d. h. den grundlegenden geistigen Unterschied zwischen Menschen und Tieren. Nach der additiven Sichtweise tritt der unterscheidende Zug (z. B. Vernunft) zu bereits vorhandenen kognitiven Fähigkeiten (z. B. Wahrnehmung) und konativen Fähigkeiten (z. B. Begierde) hinzu. Nach der transformativen Sichtweise hingegen verändert das Unterscheidungsmerkmal diese Fähigkeiten grundlegend. In seiner Fines Hominis Lecture wird Markus Wild zunächst die transformative Sichtweise und anschließend den Gegensatz der beiden Sichtweisen selbst kritisch untersuchen.
Im Anschluss an die Vorlesung findet ein Empfang in Haus 11 statt. Am 30. Januar werden wir das Gespräch bei einem Workshop zur Negativen Anthropologie fortsetzen.
Programm
29. Januar 2026
Am Neuen Palais, Haus 11, Raum 0.09
16-18h
Markus Wild (Universität Basel): “Transformation or Addition? Two Ways of Looking at Anthropological Difference”
18h
Fines Hominis Reception
30. Januar 2026
Wissenschaftsetage Potsdam, Raum Schwarzschild
10-18h
Workshop Negative Anthropologie
Fines Hominis Vorlesungsreihe
Aber wer, wir?
Derrida, Fines Hominis
Die Vortragsreihe Die Enden des Menschen fragt nach der Rolle der philosophischen Anthropologie im gegenwärtigen Denken. Die Situation ist zweideutig: auf der einen Seite steht eine vertiefte Kritik am Anthropozentrismus in der Philosophie, die verschiedene posthumanistische Vorhaben motiviert hat. Die Zentrierung auf den anthropos sieht sich dem Verdacht ausgesetzt, mit einer Verkürzung und Herabsetzung des Nicht-Menschlichen einherzugehen und gleichzeitig mit einer uneingestandenen Verengung und hegemonialen Bestimmung des Menschlichen selbst. Die krisenhaften Entwicklungen, die unter dem ironischen Titel „Anthropozän“ diskutiert werden, gelten als Beleg, dass ein am anthropos ausgerichtetes Bild einhergeht mit einer auf desaströse Weise verfehlten Bestimmung des Verhältnisses von Mensch und Mensch, Mensch und Tier, Subjekt und Ding, Geist und Welt. Der Mensch schreitet nach dieser Diagnose entweder unwillentlich seiner eigenen Auslöschung entgegen oder findet endlich Wege sich selbst zu überwinden. Auf der anderen Seite seht ein nicht minder starkes, neu erwachtes Interesse an der philosophischen Anthropologie in der Philosophie des Geistes, das darauf zielt, den verkörperten, endlichen, sozialen und historischen Charakter des Geistes auf neue Weise zu erschließen. Die philosophische Anthropologie selbst also soll es uns erlauben, ein verkürztes mentalistisches, intellektualistisches, solipsistisches und ahistorisches Bild des Geistes zu überwinden und das Verhältnis von Mensch und Mensch, Mensch und Tier, Subjekt und Ding, Geist und Welt anders zu bestimmen.
Die Zweideutigkeit bleibt den beiden Seiten – dem Posthumanismus einerseits und der neuen philosophischen Anthropologie andererseits – nicht äußerlich, sondern betrifft sie beide innerlich. Ist der Posthumanismus, der den Menschen zu überschreiten beansprucht, nicht immer noch eine Form von Anthropologie – gebunden an die Besonderheit eben jenes Tiers, das sich selbst zu überschreiten vermag, und gerichtet an das Wir einer menschlichen Gemeinschaft, die sich selbst verwandeln soll? Zielt umgekehrt die neue philosophische Anthropologie nicht umgekehrt darauf, ein bestimmtes dominantes Bild des Menschen zu überwinden und über eine abstrakte und hegemoniale Weise, nach ihm zu fragen und sich an ihn zu richten, gerade hinauszugelangen?
Die Vortragsreihe versammelt wichtige Stimmen aus der internationalen Diskussion, die den Sinn der Verabschiedung wie der Erneuerung, der Kritik wie der Neubegründung der philosophischen Anthropologie befragen. Sie fragen auf ihre je eigene Weise danach, wie wir uns selbst durch die posthumanistische Kritik und die anthropologische Renaissance verstehen, und wer dies ist: wir.
Bild
Höhlenmalerei aus Lascaux